Songtexte von Leonard Cohen

mit deutscher Übersetzung


The Law (Various Positions)

Das Gesetz

How many times did you call me
And I knew it was late
I left everybody
But I never went straight
I don't claim to be guilty
But I do understand
There's a Law, there's an Arm, there's a Hand
There's a Law, there's an Arm, there's a Hand

Now my heart's like a blister
From doing what I do
If the moon has a sister
It's got to be you
I'm going to miss you forever
Tho' it's not what I planned
There's a Law, there's an Arm, there's a Hand
There's a Law, there's an Arm, there's a Hand

Now the deal has been dirty
Since dirty began
I'm not asking for mercy
Not from the man
You just don't ask for mercy
While you're still on the stand
There's a Law, there's an Arm, there's a Hand
There's a Law, there's an Arm, there's a Hand

I don't claim to be guilty
Guilty's too grand
There's a Law, there's an Arm, there's a Hand
There's a Law, there's an Arm, there's a Hand

That's all I can say, baby
That's all I can say
It wasn't for nothing
That they put me away
I fell with my angel
Down the chain of command
There's a Law, there's an Arm, there's a Hand
There's a Law, there's an Arm, there's a Hand
There's a Law, there's an Arm, there's a Hand
Wie oft schon hast du mich gerufen
Ich weiß, ich kam zu spät
Ich verließ alle
Doch ich ging nie auf geraden Wegen
Von meiner Schuld will ich nicht reden
Denn mir ist klar
Es gibt ein Gesetz, und dessen Arm, und dessen Hand
Es gibt ein Gesetz, und dessen Arm, und dessen Hand

Mein Herz ist jetzt ganz ausgelaugt
Von dem was ich tat
Hätte der Mond eine Schwester
Dann wärst du es
Ich werde dich immer vermissen
Auch wenn ich das nie so wollte
Es gibt ein Gesetz, und dessen Arm, und dessen Hand
Es gibt ein Gesetz, und dessen Arm, und dessen Hand

Nun, seitdem es Schmutz gibt
Waren Vereinbarungen schmutzig
Ich bitte nicht um Gnade
Nicht seitens der Menschen
Denn man bittet nicht um Gnade
Solange man im Zeugenstand steht
Es gibt ein Gesetz, und dessen Arm, und dessen Hand
Es gibt ein Gesetz, und dessen Arm, und dessen Hand

Von meiner Schuld will ich nicht reden
Schuld ist ein viel zu großes Wort
Es gibt ein Gesetz, und dessen Arm, und dessen Hand
Es gibt ein Gesetz, und dessen Arm, und dessen Hand

Mehr kann ich nicht sagen, Baby
Das ist alles
Es war nicht umsonst
Dass sie mich beiseite schafften
Mit meinem Engel zusammen
Wurde ich degradiert
Es gibt ein Gesetz, und dessen Arm, und dessen Hand
Es gibt ein Gesetz, und dessen Arm, und dessen Hand
Es gibt ein Gesetz, und dessen Arm, und dessen Hand
Additional stanzas

Now the solitudes vary,
They go from nothing to loud
If you're buying lonely
Pick the one with the crowd
You can get solitary
But it is never your brain.
There's a Law, there's an Arm, there's a Hand
There's a Law, there's an Arm, there's a Hand

You can blame it on nature
Or you can blame it on God
You can say it's a creature
Just stepping out of the mud
But I ain't here cause a fossil
Has been found in the sand
There's a Law, there's an Arm, there's a Hand
There's a Law, there's an Arm, there's a Hand

Well I've done lots of time boys
Now I know why
You can turn on a dime
But on a dollar you die
This will never make sense
To the fat of the land
There's a Law, there's an Arm, there's a Hand
There's a Law, there's an Arm, there's a Hand


Ein Song, der schlichte Konsequenzen oder "Karma" höher stellt als die menschlichen Affektionen von Moral und Schuld. Er hat sich (von einer Frau?) getrennt, bekennt sich, und nimmt die Folgen in Kauf, die "Teil eines moralischen Universums" sind und weniger mit den menschlichen Moralvorstellungen zu tun haben (s.u.). Im Deutschen geht es dabei um den Unterschied zwischen "Schulden haben" als Konsequenz des Handels - als Bilanz, und "Schuld" (mit den begleitenden Gefühlen) als moralische Instanz. Letzeres möchte Cohen gerne abgeschafft sehen.
Die Zeilen: "Ich fiel mit meinem Engel / Den Dienstweg hinunter" interpretiere ich so, dass er mitsamt seinem - wie abgehobenen - Schuldgefühl auf die Basis der Ordnung, der faktischen Folgen zurückfiel - eine Umschreibung dafür, dass sich ein Schuldgefühl verselbständigen kann und wir uns damit vor dem notwendigen Handeln drücken.

"Ich hatte immer das Gefühl, dies sei ein "Post-Schuld-Song". Es gibt eine Zeit der Schuld, und wir leben in der Zeit danach. Schuld ist ein sehr aufwühlendes Gefühl, selbst für uns heutzutage. Deshalb: 'Es geht mir nicht darum, schuldig zu sein / Doch es ist mir klar / Es gibt ein Gesetz, und dessen Arm, und dessen Hand'.
Ich glaube, wir leben in einer Zeit, in der wir uns mit den Folgen unseres Tuns befassen, und, ob wir nun geständig sind oder nicht, wir müssen sie annehmen, selbst wenn das Schuldbewusstsein aus der Mode gekommen ist [verm. meint Cohen das Gerfühl, verpflichtet zu sein. Anm. D.B.]... Ich wusste nie, wie man das 'Persönliche' von dem 'Allgemeinen' unterscheidet, weil ich so fühle wie jedermann. Die Person, die sagt 'Es war nicht umsonst / Dass sie mich beiseite schafften' ist sich in dieser Weise seiner Verantwortung bewusst. Es war nicht ungerecht, da er hinzufügt: ' Ich fiel mit meinem Engel / Den Dienstweg hinunter'. Schuldgefühle fliegen nicht frei umher, und sie sind das Letzte, was die Leute brauchen können. Der Song befasst sich mit diesem Vorgang und sieht ihn als legitime Erfahrung, als einen Teil des moralischen Universums."
Interview 1985 (French magazine "Paroles et Musiques")

"Dies ist ein neuer Song, er heißt ' There's a Law, There's an Arm, There's a Hand'. Er handelt von unser gegenwärtigen, bedrückenden und katastrophalen Situation. Er handelt von dem Zeitalter 'nach der Schuld'. Der Schuld ist ein sehr schlechter Name verliehen worden. Es gibt ganze medizinische Industrien, die sich damit befassen, Schuldgefühle als eine Krankheit zu beschreiben. In Wirklichkeit sind sie der einzige Weg, über den wir erkennen, dass wir etwas falsch gemacht haben. Davon handelt der Song ' There is a Law, there is an arm, there is a hand'. San Francisco, June 8th, 1985



Originaltexte: Copyright für Deutschland bei Sony/ATV Music Publishing.
Übersetzungen: Copyright Detlev Bölter


Fast alle Interviewzitate (in Parenthesen) unterhalb der Songtexte stammten im Original von der Website "Diamonds in the lines" von Marc Gaffie:
www.leonardcohen-prologues.com.