Songtexte von Leonard Cohen

mit deutscher Übersetzung


Morning Glory (Dear Heather)

Herrlichkeit des Morgens

No words this time? No words. No, there are times when nothing can be done. Not this time. Is it censorship? Is it censorship? No, it's evaporation. No, it's evaporation.
Is this leading somewhere? Yes. We're going down the lane. Is this going somewhere? Into the garden. Into the backyard. We're walking down the driveway. Are we moving towards.... We'-re in the backyard. ...some transcendental moment? It's alm-ost light. That's right. That's it. Are we moving towards some transcendental moment? That's right. That's it. Do you think you'll be able to pull it off? Yes. Do you think you can pull it off? Yes, it might happen. I'm all ears. I'm all ears.

Oh the morning glory!
Dieses Mal keine Erklärungen? Keine Erklärungen. Nein, manchmal geht das nicht. Dieses Mal nicht. Betreibe ich Zensur? Nein, ich lasse es unter einer Dunstwolke.
Führt dieser Weg irgendwo hin? Ja. Wir gehen die Gasse hinunter. In den Garten. In den Hinterhof. Wir gehen die Auffahrt hinunter. Bewegen wir uns auf etwas zu ... wir sind im Hinterhof... auf etwas Transzendentes? Es ist fast hell. Das stimmt, das ist so. Bewegen wir uns auf etwas Transzendentes zu? Glaubst du, du kannst dir das vorstellen? Ja, vielleicht. Ich bin ganz Ohr.

Oh, die Herrlichkeit des Morgens! (*)

(*) Doppelbedeutung: Morning Glory ist auch eine Pflanze ("Prunkwinde" oder "Himmelblaue Trichterwinde", mit psychodelischer Wirkung der Samen), die in Cohens Hof wächst. Die Blüten öffnen sich am frühen Morgen.
Kommentar von Tom Sakie:
"Also, wir denken an diese Blume, und wir denken an LSD. Doch ich glaube, dass jeder, der den Song hört und Englisch nicht als Muttersprache hat, nur ein Bild vor Augen hat: Die Dämmerung, diesen Moment des Morgens. Ohne Zweifel findet sich im Song der transzendentale Moment der Erleuchtung (nun, das könnten wir auch mit LSD in Verbindung bringen!). Ich erkenne keine Verbindung zwischen diesem transzendentalen Moment und der Blume, sondern zwischen dem transzendentalen Moment und der Morgendämmerung. Ich habe Leonards Hinterhof vor Augen (...), und dann ist da seine Garage mit Studio, in der er "Ten New Songs" aufgenommen hat und dieses Album [Dear Heather, Anm. D.B.], meist am ganz frühen Morgen, in jenen Augenblicken zwischen Nacht und Tag. Außerdem muss ich stets an den Hinterhof dort in Montreal denken, als er die Notizen nach dem Begräbnis seines Vaters verbrannte (vermutlich die ersten Anfänge des Schreibens). Also, er geht in den Garten, in den Hinterhof, es ist früh am Morgen, in den letzten Minuten der Nacht, in Richtung auf sein Heimstudio, und da ist diese Blume (deren Name jenes nicht übersetzbare Wortspiel liefert), und es dämmert. Vielleicht war das oft ein transzendentaler Augenblick für ihn. Vielleicht war es "eine weitere Meile des Schweigens". Interessant daran ist, dass er ein Selbstgespräch führt. Der Song spiegelt in perfekter Weise das Leben des alten Poeten wieder, der jeden Morgen zum Schreiben und Aufnehmen in seine Garage im Hinterhof geht ..."


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Fast alle Interviewzitate unterhalb der Songtexte stammten im Original von der Website "Diamonds in the lines" von Marc Gaffie (jetzt wieder erreichbar unter www.leonardcohen-prologues.com.
Die zuverlässigsten Originaltexte sind bei den "Leonard Cohen Files" zu finden. Auch den Betreibern dieser Site ein Dankeschön!